Behandlung der Alterssichtigkeit: Brille

Wenn Sie so weit gekommen sind, haben Sie schon vermutlich den ersten Artikel dieses Blogs über die Herkunft der Presbyopie oder Alterssichtigkeit gelesen.

Sie haben also mitbekommen, wieso Sie kein scharfes Sehen in der Nähe bekommen. Nach den Anfangsängsten, erkläre ich demnächst die erste Behandlungmöglichkeit dieses Problems.

Am einfachsten, schnellsten und günstigsten lässt sich die Alterssichtigkeit durch eine Brille behandeln. Der Optiker wird schnell und zuverlässig das Ausmaß Ihrer Presbyopie bewerten und nach nur einen Tag oder sogar nach wenigen Stunden werden Sie Ihre neue Lesebrille bekommen können.

Später werden wir uns mit den progressiven Brillen (bzw. Gleitsichtbrillen) befassen, jetzt möchte ich aber über die Lesebrillen von jeher weiter erzählen.

Lesebrillen

Diese Brillenart gilt nur für den Nahbereich. Dabei muss ich ausdrücklich daran erinnern, dass mit „Nahbereich“ ist fernsehen nicht gemeint —ganz in Gegenteil—, so wie den Abstand zum Leinwand am Rechner —eigentlich mittlerer Entfernung. Wissen Sie noch, was zusätzliche Beschichtung war? Der Optometrist wird die zusätzliche Beschichtung für eine Entfernung von 33 bis 40 cm. festlegen. Der Sitzabstand zum Fernseher sollte über 2 m. sein, zum Rechnerleinwand 50 bis 70 cm. Deshalb sind Lesebrille nur für das Lesen geeignet, oder auch für andere Aktivitäten wie z. B. nähen, schreiben oder zeichnen.

Vormontierte Korrekturbrillen gegen Alterssichtigkeit sind ausdrücklich nicht zu empfehlen. Dabei meine ich solche, die bei Apotheken oder bestimmte Einkaufscenter ohne professionelle und personalisierte Betreuung zu haben sind. Wenn Sie Augenprobleme durch Presbyopie haben, sollten Sie auf jedem Fall zu ihrem Augenoptiker gehen. Gerade hier auf diesen Seiten wird die Qualität dieser Brillenart beurteilt: Das kann sich sehen lassen!

Für jenen, die keine Fernsichtprobleme haben, eine Lesebrille kann, je nachdem wie Ihr Alltag verläuft, eine praktische Lösung sein, vor allem wenn Sie im Freien arbeiten. Wenn Sie aber meistens im Büro sitzen, Ihre Brille wird ständig zwischen Gesicht und Arbeitstisch pendeln, da Ihre Augen sich an unterschiedlichen Abstände anpassen müssen. Gleichermaßen werden andere mögliche Fehlsichtigkeiten, wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hypermetropie (Übersichtigkeit) oder Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) eine zusätzliche Korrektur benötigen, sowohl für den Nah- als auch für den Fernbereich.

Gleitsichtbrillen

Gelitsichtbrillen Gestaltung

Die innere Gestaltung der Gleitsichtbrille
Gleitsichtbrille Gestaltung

Um das zu betrachten, müssen wir die Eigenschaften der progressiven Brille —oder Gleitsichtbrille— kennenlernen. Die progressive Brille ist dafür gemacht, mehrere Korrekturzonen für den Nah-, Mittel- und Fernbereich in einer Brille zu vereinen —deshalb wird sie auch „multifokale Brille“ genannt.

Die innere Gestaltung der progressiven Linsen ist einfach zu erklären. Wie im Bild gezeigt, manche Bereiche kann man durch die Linse scharf sehen, andere wirken unscharf. Es ist aus physikalischen Gründen unmöglich, eine Linse herzustellen, bei der keine solche unscharfe Bereiche gibt. Im laufen der Zeit, die Hersteller haben die Technikentwicklung dazu genutzt, immer bessere Linsen zu schaffen. Bisher ist es aber unmöglich gewesen, eine Gleitsichtlinse ohne Aberrationsbereiche (Abbildungsfehler) zu gelingen.

Gleitsichtbrillen haben aus diesem Grund schon immer und bis heute einen schlechten Ruf gehabt. Sicherlich kennen Sie schon einen Freund oder Verwandten der sich darüber geklagt hat, dass es ihm oder ihr beim Brillentragen schwindlig wird.

Das kann drei Ursachen haben, und alle drei sind sehr einfach zu lösen:

  • Eine unzureichende Auskunft darüber, seitens des Augenpflegers, wie eine Gleitsichtbrille richtig verwendet wird
  • Die ausgewählte Brille ist aus unzureichende Qualität
  • Die ausgewählte Brillengestelle ist für eine progressive Brille nicht geeignet.

Egal im welchen Bereich, Qualität kostet Geld. Kurz gesagt: Eine gute Gleitsichtbrille ist teuer. Andererseits, eine multifokale Brille aus Qualität ermöglichen eine einfachere und schnellere Anpassung, und eine viel bessere Seherfahrung. Im Bild unten sind die Qualitätsunterschiede bei Gleitsichtbrillen geschildert. Dabei müssen Sie darauf achten, dass die tatsächliche Wahrnehmung ist niemals so perfekt. Es ist nicht unbedingt schlechter, aber doch anders als gezeigt. Die verschiedene Bilder dienen dazu, die unterschiedlichen Gleitsichtlinsen zu vergleichen.

Gleitsichtglas-Typen
Gleitsichtglas-Typen

Gleitsichtglas-Typen

Zum Thema „Linsenqualität“ ist den Umfang des Sichtbereiches erheblicher Bedeutung. Die Linse links hat einen viel niedrigeren Sichtbereich im Vergleich zu der Linse rechts. Deshalb ist eine gute progressive Linse so wichtig, um eine viel schnellere Anpassung zu erreichen, und um die schon erwähnte Schwindelanfälle zu vermeiden.

Wie bereits oben gesagt, der Auswahl einer geeignete Brillengestelle ist gleichfalls wesentlich, um eine richtige Anpassung zu schaffen. Die Größe der Gestelle soll für eine richtige Zusammensetzung der progressiven Brillengläser garantieren. Wenn sie zu klein sind, kann ein Teil der Glasfläche gekürzt werden; im oberen Rand wird ein Teil des Fernsichtbereiches gekürzt, so wie im unteren Rand ein Teil des Sichtbereiches in der Nähe.

Sie werden alle nötige Informationen von Ihrem Augenpfleger bekommen. Seien Sie brav und vernünftig, beachten Sie seine/ihre Anweisungen und, auch wenn Sie eventuell eine kleinere Brille haben möchten, suchen Sie auf jedem Fall ein Brillengestell aus, das die beste und behaglichste Sehkraft begünstigt. Verlangen Sie ebenso beim Ihrem Optiker eine ausführliche Erklärung darüber, wie Gleitsichtbrillen benutzt werden sollen.

Gleitsichtbrillen benutzt werden sollen

Im großen und ganzen werden Sie Ihnen folgendes erklären: Der Kopf soll gerade gehalten werden; gerade aus durch den Fernsichtbereich schauen. Beim Lesen sollten Sie den Kopf nicht nach unten ausrichten, sondern nur die Augen nach unten bewegen, bis sie den Sichtbereich für die Nähe finden. Bei mittlerem Abstand, wie z. B. am Rechner, geht es genauso. Passen Sie am Anfang besonders auf, wenn Sie auf eine Treppe gehen. Bei hochwertige Linsen, ist es auch möglich aus den Augenwinkeln zu schauen, obwohl das richtige wäre, den Kopf leicht zu drehen, um durch den Bereich mit der größte Flächenausdehnung zu gucken.

Wenn Sie diese Anweisungen nachgehen, und vor allem die, die Sie von Ihrem Optiker bekommen, werden Sie höchst wahrscheinlich eine einwandfreie Anpassung erfahren.

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Bifokalbrille

Als letzte Korrektur der Presbyopie oder Alterssichtigkeit haben wir die Bifokalbrille.

Ein Bild für diese Art von Brille wäre die typische „Opabrille“, mit einem kleinen Fenster an der unteren Seite der Brille.

Vor der Entwicklung der Gleitsichtbrille das ist die einzige Möglichkeit gewesen, bei Menschen die eine bestimmte Fehlsichtigkeit erdulden, sei es Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus, eine einzige Brille zu tragen, die sowohl Nah- als auch Fernsicht ermöglichen.

Um zu lesen, braucht man nur die Augen nach unten zu drehen und durch das kleine Fenster zu schauen. Für den gewöhnlichen Blick in die Ferne, die Augen drehen sich einfach wieder nach vorne.

Daraus wurde noch eine Variante entwickelt, bei der das kleine Ferster für die Nahsicht geteilt wurde, so dass einen dritten Sehbereich für die mittlere Entfernung geschaffen wurde. Die sogenannte Trifokalbrille ist nicht so bekannt und hatte nie viel Erfolg.

Eine weitere Variante ist die „geteilte“ Bifokalbrille. Bei dieser Zweistärkenbrille ist die obere Hälfte für die Fernsicht, die untere für die Nahsicht geeignet. Diese Art von Bifokalbrille wird meist bei jungen Patienten für therapeutische Zwecke nutzbar gemacht.

So weit was in Wikipedia über bifokale Linsen steht, und wie sie für die Korrektur der Alterssichtigkeit verwendet werden.

Bifokalglas
Bifokalglas

Nun wissen Sie Bescheid darüber, welche Möglichkeiten uns alle zur Verfügung stehen, Presbyopie oder Alterssichtigkeit zu korrigieren. Das alles soll als Information und Einführung dienen, auf jedem Fall sollten Sie sich aber von Ihren Optiker beraten lassen; für eine optimale Korrektur, erklären Sie ihm/ihr Ihre Fehlsichtigkeit und Ihre alltäglichen Sehbedürfnisse.

Hoffentlich hat diesen Artikel Ihnen etwas beigebracht, und hat Ihnen dazu geholfen, an der Vielfalt an Linsen und Brillen die gegen Alterssichtigkeit verwendet werden, zu unterscheiden. Sollten Sie die genannten Symptome der Alterssichtigkeit spüren, gehen Sie bitte zeitnah zu Ihren Augenpfleger. Ich werde sowieso Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie diesen Artikel Ihrem Freunden und bekannten weiterreichen würden, damit auch sie über Presbyopie und ihre Behandlung besser Bescheid wissen. Vielen Dank!

Guardar

Guardar

Guardar

Guardar

3 Kommentare zu “Behandlung der Alterssichtigkeit: Brille”

  1. Pingback: Presbyopie-Chirurgie | Presbyopie bzw Alterssichtigkeit

  2. Danke für die ausschöpfenden Infos zu den Brillen! Infolge eines Funktionsausfalls vom Sehnerv reicht für meine Oma ihre beste Lesebrille nicht mehr aus. Als vergrößernde Sehhilfe wurde vom Arzt eine Lupe empfohlen. Vielleicht könnte auch ein Trainingskurs irgendwelche Hilfe leisten. Danke für die praktischen Tipps!

  3. Meiner Tante war das Wechseln zwischen den Brillen sehr nervig. Daher schaffte sie sich eine Gleitsichtbrille an. Gut dabei ist, dass man später zum kostenfreien Einstellen der Brille vorbeikommen kann, falls sie mal wieder locker wird.

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